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DEFAULT : Bericht aus Haiti von U. Klotz
22.12.2005 23:33 ( 1697 x gelesen )

Lichtblicke!
Meist hören wir in Reiseberichten aus Haiti von Elend, Verbrechen,  Korruption und Katastrophen. Aber es gibt sie noch, die kleinen Lichtblicke aus Porte au Prince.
Angesichts unseres unfreiwillig langen Aufenthalts Anfang Oktober in der Hauptstadt, hatten wir die Möglichkeit verschiedene Hilfsprojekte kennen zu lernen. Statt der geplanten einen Woche verbrachten wir fast einen Monat vor Ort, um auf den Pass unseres Sohnes zu warten.
Das Highlight während dieser Zeit war der Besuch des Centré de Santé. Dieses Krankenhaus wurde aus Vördermitteln der Haiti-Kinderhilfe und der Organisation von Roswitha Weiß aufgebaut.


Durch Zufall war unser Besuch am Eröffnungstag.
Nach einer abenteuerlichen Fahrt, u.a. direkt über einen belebten Markt, kamen wir am frühen Nachmittag vor dem zweistöckigen Gebäude an. Nachdem James Guillaume, unser Begleiter und Fahrer, unseren Besuch im Eingangsbereich angekündigt hatte, kam die Leiterin der Klinik -Frau Dr. Laplanche- persönlich zu uns auf die Straße und begrüßte uns herzlich. Eine zierliche,  energiegeladene Person im mittleren Alter. In perfektem Englisch lobte sie in den ersten Sätzen die Unterstützung und das Engagement von der Haiti-Kinderhilfe und von Roswitha Weiß. Sie bat uns einzutreten.
Als erstes fielen uns der großzügig gestaltete Empfangsbereich und die Warteecke auf. Freundliche, helle Farben schaffen eine angenehme Atmosphäre. Im Erdgeschoss befinden sich die Behandlungsräume der Erwachsenen und die Zahnstation. Letztere sieht – im Gegensatz zum Rest der Klinik- eher desolat und wenig funktionell aus. Man wird stark an Bilder aus alten Vietnamkriegsfilmen erinnert. Aber diesen Zustand werden wir in Kürze- mit Hilfe der Zulieferindustrie unserer Zahnarztpraxis- ändern können. Aber darüber berichten wir in einer späteren Ausgabe.
Nach einer kurzen Bestandsaufnahme der Dinge, die in der Zahnstation erneuerungswürdig oder defekt waren, besichtigten wir die anderen Behandlungszimmer. Helle, saubere Räume- zwar spartanisch- aber funktional eingerichtet. Einzig Operationsinstrumente sind Mangelware. Hier ist sicherlich ein weiterer Handlungsbedarf.
Im 1. Stock befinden sich das Verwaltungs- und  Arztbüro und die große Gynäkologie- und Kinderstation.
Hier sind die Wände in Pastellfarben gestrichen. An den Wänden hängen Comicfiguren und handgemalte Kinderbilder. Jedes Ausstattungsdetail wurde uns gezeigt. Häufig hörten wir den Namen von Roswitha, die sich speziell bei der Einrichtung der Kinderstation sehr stark engagiert hatte.
Abschließend fragte ich nach der Möglichkeit, Räumlichkeiten für ein kleines zahntechnisches Labor frei zu machen. In einem alten Unterrichtsraum im Nebengebäude wurden wir fündig. Wir planen hier Arbeitsplätze für 2-3 Zahntechniker zu schaffen. Denn bisher werden alle prothetischen Arbeiten für viel Geld nach Amerika geschickt. Ausgebildete Techniker sind nach Angaben der Leiterin vor Ort und warten auf ihren Einsatz in den neu gestallteten Räumen.
Zum Abschluss bedankte sich die Leiterin für unser Interesse und die Unterstützung aus Deutschland. Verbunden mit herzlichen Grüßen an alle Spender und Mitglieder der Hilfsorganisationen.
Wir waren sehr beeindruckt von der Klinik und dem Personal. Hier konnten durch die Hilfe und die Gelder aus Deutschland eine echte Verbesserung der Lebensumstände  und eine langfristige Linderung des Leids  der sonst so oft gebeutelten Bevölkerung geschaffen werden. Beispielhaft und ermutigend zugleich. Eben ein kleiner Lichtblick in einer sonst eher düsteren Zukunft Haitis.


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