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16.01.2008 20:40 ( 2115 x gelesen )

Zoff um Praxisgebühr: Zahnarzt will nachträglich kassieren

Vier Jahre lang hat Zahnarzt Dr. Armin Luppertz gegen die Praxisgebühr gekämpft und sie seinen Patienten erlassen. Jetzt gibt er nach und verlangt die Gebühr nachträglich. Zum Ärger der Patienten: Sie fühlen sich aufs Kreuz gelegt.


Zum Jahreswechsel hat der Zahnarzt Briefe an seine Patienten verschickt. Der Inhalt stößt vielen sauer auf: «Leider sind wir aufgrund von Nachforderungen der Krankenkassen und der aktuellen Rechtslage gezwungen, unseren Kampf gegen die Praxisgebühr aufzugeben«, heißt es darin. Die Praxis müsse «die Gebühren ab dem Quartal 1/2004 in Rechnung stellen«. Dann folgt die Rechnungssumme: zehn Euro für jedes Quartal, in dem der Patient auf Luppertz Behandlungsstuhl lag.

«Eine Unverschämtheit ist das«

Mal sind es nur zehn Euro, mal sind es 60 Euro oder sogar mehr. Ganz unabhängig von der Summe reagieren viele Patienten entsetzt auf die nachträglichen Forderungen. «Eine Unverschämtheit ist das!«, schimpft eine Patienten, die anonym bleiben will. Schließlich warb Luppertz Ende 2003 sogar in einem Zeitungsinserat, das seine Kollegen gegen ihn aufbrachte, mit der Übernahme der Kosten. «Praxisgebühr? Ohne uns! Service bei uns 2004: Ihre Praxisgebühr bezahlen wir!«, stand damals in der Annonce.

Doch davon ist keine Rede mehr. «Erst schafft er sich Kunden, jetzt sollen wir zahlen«, fährt die Patientin fort. «Von mir will er zwar bloß zehn Euro. Aber da geht es mir ums Prinzip. Das seh’ ich gar nicht ein, dass ich die zahle.« Und eine andere, langjährige Patientin schimpft: «Riesensauerei! Er kann das Geld doch nicht im Nachhinein verlangen.« Sie lässt sich auch davon nicht beruhigen, dass Luppertz den Patienten, die zahlen sollen, eine «Gutschrift für Selbstzahlerleistungen« ausstellen will in Höhe der Rechnungssumme. Sie will sich lieber einen neuen Zahnarzt suchen.

Luppertz selbst antwortet wortkarg auf Nachfragen und begründet seinen Sinneswandel mit Gerichtsurteilen, die ihn zu diesem Schritt zwingen würden. Er habe eine ganze Reihe von Prozessen geführt, sagt er. «Die Situation ist mir selbst unangenehm.« Mehr wolle er dazu nicht sagen.

Krankenkasse fordert Geld

Fakt ist: Die Krankenkassen fordern von Luppertz Geld. Das bestätigt Julika Sandt, Sprecherin der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB). Es geht um 20 000 Euro Praxisgebühr, die der Arzt laut KZVB nicht abgeführt haben soll. «Die Summe wird noch einmal nachgerechnet«, fährt sie fort. Offenbar hat Luppertz seine frühere Ankündigung, die Pauschale notfalls aus eigener Tasche zu berappen, nicht in die Tat umgesetzt.

Luppertz wehrte sich damals gegen die Praxisgebühr, weil er sie als versteckte Beitragserhöhung der Krankenkassen wertete. Die Zahnärzte seien nach wie vor gegen die Gebühr, sagt Dr. Martin Zschiesche, Vorsitzender des Zahnärztlichen Bezirksverbandes. Aber sie seien nun einmal gesetzlich dazu verpflichtet, die Gebühr zu kassieren. Ob die nachträglichen Forderungen überhaupt legal sind, ist offen. Die Krankenkassen raten Betroffenen, sich erst einmal mit ihnen in Verbindung zu setzen. Nürnberger Nachrichten

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