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DEFAULT : Amalgam- die unendliche Geschichte
07.04.2008 14:34 ( 5463 x gelesen )

Amalgam - Füllung darf drinbleiben

Amalgam ist ein guter Werkstoff, der sehr lange hält und sich sehr leicht bearbeiten lässt. Nur leider ist das Schwermetall Quecksilber ein Bestandteil des Amalgams. Und da beginnen die Probleme und der nie endende Streit über Amalgam.

Amalgam besteht etwa zur Hälfte aus einer Mischung von flüssigem Quecksilber; der Rest ist Kupfer, Silber, Zinn, Zink und Spuren von Palladium. Das Material ist billig, leicht zu verarbeiten und relativ lange haltbar. "Im frisch zusammengerührten Zustand ist das Amalgam wie eine Knetmasse zu

                                                                 Amalgamfüllungen poliert state of the art

Gegner zeigen immer unpolierte - lieblos gemachte Füllungen

verarbeiten. Es paßt sich den Hohlräumen im Zahn gut an, härtet nach ungefähr 30 Minuten von selbst und dehnt sich dabei noch etwas aus, sodaß die Füllung sehr dicht  sitzt. Die praktische Handhabbarkeit ist neben dem Kostenaspekt eines der Hauptargumente, warum dieser als Sondemüll behandelnde Werkstoff sich so weit verbreiten konnte



Von Amalgam wissen wir, daß mit zunehmender Zahl und Größe der Füllungen die Quecksilberwerte im Organismus - insbesondere in der Niere - ansteigen. Die Quecksilberaufnahme liegt, abhängig von der Anzahl der Füllungen und der Art der Ernährung, durchschnittlich etwa in der gleichen Größenordnung wie die Quecksilberbelastung durch die Nahrung und ist toxikologisch unbedenklich.

 

Was als Sondermüll heutzutage entsorgt werden muss, kann
unmöglich mehr ein                                                                                                                

moderner und gesunder Füllwerkstoff sein. In Amalgam beträgt der Quecksilberanteil mehr als 50%. Das sich auflösende Quecksilber belastet nicht nur Sie, sondern einmal in den Verarbeitungskreislauf gebracht, auch unsere Umwelt.

 
Amalgam hat  heftige Diskussionen ausgelöst wegen seiner giftigen Anteile an Quecksilber und seiner allergischen Potenz, die einen erheblichen Risikofaktor für die Gesundheit darstellen.

In der Literatur beschriebene Symptome:

Erschöpfung

 

Kopfschmerz

Vergesslichkeit

Konzentrationsschwäche

Apathie

Depressionen

Abnahme geistiger Fähigkeiten

Dermatitis

 

Das Problem liegt jedoch darin, dass diese Symptome auch auf viele andere Krankheiten zutreffen können, und deshalb ist aus unserer Sicht vor jeder in der Presse dargestellten, möglicherweise übereilten Schlussfolgerung zu warnen. Andererseits ist aber eine ganzheitliche Betrachtung solcher Symptome unverzichtbar. Amalgame können besonders dann, wenn sie sich mit anderen Metallen im Mund in direktem Kontakt befinden, einen Ionenfluß auslösen. Die staatliche Umweltschutz- und Trinkwasserschutzverordnung besagt, dass heutzutage in Deutschland jede Zahnarztpraxis mit Amalgamabscheidern ausgerüstet werden muss. Sinn der Verordnung ist es, zu verhindern, dass ausgebohrtes Amalgam ungefiltert ins Abwasser gelangt.

Amalgam hat nur den Nachteil, daß es ziemlich giftig ist. Dennoch gibt es Menschen, die Amalgam-Füllungen ohne bekannte Beschwerden lebenslang tragen können. Sensiblere Patienten hingegen, vor allem solche, bei denen schon Allergien in Erscheinung getreten sind, sollten bei Amalgam vorsichtig sein, denn es gibt eine lange Liste mit Nebenwirkungen, die das Allgemeinbefinden doch erheblich beeinträchtigen können.
Eine gesundheitlich völlig unbedenkliche Zahnfüllung gibt es nicht. Deswegen kann gar nicht genug betont werden, wie wichtig eine regelmäßige, saubere Reinigung und Pflege der Zähne ist.

Quecksilber kann also nicht nur über die Nahrung, sondern auch über Amalgamfüllungen aufgenommen werden. Wissenschaftliche Untersuchungen in den letzten Jahrzehnten haben ergeben, dass die ständige Quecksilber-Belastung langfristig bei bestimmten Menschen zu Gesundheitsstörungen führen kann. Besonders betroffen sind Ungeborene und Babys von Müttern mit mehreren Amalgamfüllungen. Diese haben nach neuesten Untersuchungen wesentlich höhere Quecksilberkonzentrationen in Niere, Leber und Gehirn als die von Müttern ohne Amalgamfüllungen. Aus diesem Grund erwägt das Institut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Berlin zur Zeit, ob Amalgam überhaupt noch bei Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter eingesetzt werden soll.

Es kann aber auch vor übergroßer Panikmache gewarnt werden. Nur sehr wenige Menschen entwickeln gegen Quecksilber bzw. Amalgambestandteile eine Allergie, die durch Allergietests nachweisbar ist, und nur in wenigen Fällen konnte die Wissenschaft bisher Amalgam als Ursache von Krankheiten ausmachen. Trotzdem wird jeder Zahnarzt, der Amalgam verwendet, und jede zahnmedizinische Assistentin äußerst vorsichtig damit umgehen. 

 

Neue Studie vorgelegt von Prof. Stefan Halbach vom Helmholtz-forschungszentrum in Neuherberg bei München:

 

Amalgamfüllung darf drinbleiben: Zu diesem Ergebnis kommt ein fächerübergreifendes, zwölf Jahre dauerndes Forschungsprojekt. Eine entfernung des Amalgams ist nicht die einzige Option gegen die Beschwerden, sagt Dieter Melchart vom Münchner Klinikum rechts der Isar am  letzten Freitag. Mit Sicherheit besteht kein Zusammenhang mit viel Amalgam im Mund und hohen Beschwerden (Prof. Reinhard Hickel von der Zahnpoliklinik der Münchner Ludwig Maxismilians-Universität).  Es wurde herausgefunden, dass die anorganischen Quecksilberwerte im Blut von Patienten mit Amalgamfüllungen viermal höher waren als bei Menschen ohne diese Füllungen. Doch lagen diese Werte weit unterhalb der kritischen Belastungsgrenze. Das anorganische Quecksilber im Amalgam sei weit weniger giftig als das organische Quecksilber, das man durch den Verzehr von Fischen zu sich nehme. (München dpa).

 

 

 

Eine aktuelle Studie (Journal of Dental Research) vergleicht verschiedene Therapiemöglichkeiten für subjektiv amalgamgeschädigte Patienten. Das Ergebnis war selbst für die Forscher überraschend:
 
 Einerseits führte die Entfernung der Amalgamfüllungen tatsächlich zu deutlich niedrigeren Quecksilberwerten in Speichel und Blut und auch zu einer klinisch relevanten Verbesserung der subjektiven Beschwerden.
 
 Ob eine zusätzliche Ausleitungstherapie durchgeführt wurde, spielte dabei keine Rolle.
 
 Andererseits brachte ein spezielles Gesundheitstraining den Betroffenen eine ähnlich positive Linderung ihrer Beschwerden, auch wenn sich die gemessenen Quecksilberwerte dadurch nicht veränderten.

 

 


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